Mastjahre - Eine Überlebensstrategie


Was sind Mastjahre? Für den ersten Augenblick klingt das wie die Zeit, in der sich Tiere eine dicke Fettschicht anfressen um gut durch den Winter zu kommen. Doch das ist hier nicht ganz richtig. Zwar bescheren Mastjahre einigen Tieren viel zu fressen, aber darum geht es eigentlich gar nicht. Viel mehr sind es Pflanzen, die wie hier betrachten. Und noch genauer: Bäume. Datenerhebungen haben ergeben, dass es in unregelmäßigen Abständen zu einer vermehrten Ausbildung von Samen (etwa Eicheln, Kastanien, usw.) kommt. Dies ist ein eindeutiger Schutzmechanismus vor Fraßfeinden wie Eichhörnchen oder auch Wildschweinen. Diese fressen nämlich sehr gern die fetthaltigen Baumsamen. Einmal verdaut, wird aus diesen Samen kein Baum mehr wachsen. Wie also schützen?

Es ist eine bestimmte Anzahl von Fraßfeinden im Wald vorhanden. Wenn alle Bäume ihre Samenproduktion hochregulieren, wird es in den kommenden Jahren auch mehr Fraßfeinde geben. Darum sind noch zwei Kniffe eingeführt. Zum einen dauern Mastjahre immer nur über eine Vegetationsperiode und nicht über mehrere und zum anderen sind diese Mastjahre unregelmäßig aufeinander folgend. Es werden also so viele Samen produziert, dass alle Fraßfeinde gut satt werden. Diese können aber den Nahrungsvorteil nicht in Reproduktion investieren, weil der Futtervorteil nur kurz währt. Die restlichen Samen gelangen unbeschadet in den Boden, wo sie sogenannte Samenbanken bilden.
Hier gibt es einen weiteren tollen Trick: damit nicht alle Samen gleichzeitig keimen und sich wohlmöglich gegenseitig so im Wachstum behindern, dass sie bald sterben, gibt es die Samenruhe. Das heißt, dass die verschiedenen Samen zu unterschiedlichen Zeiten keimen. Die einen verharren nur eine Vegetationsperiode, die andere fünf und mehr im Boden.
Pflanzen sind sehr interessante Untersuchungsobjekte, denn sie sind genötigt viele Überlebensmechanismen zu evolvieren um ihre Unbeweglichkeit zu kompensieren.

Bildnachweis: http://www.sxc.hu/browse.phtml?f=download&id=62742 von jasperzein

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